Fachbegriffe erklärt

A

Adenom

Gutartiges Geschwulst aus Schleimhaut oder Drüsengewebe, das maligne (bösartig) werden kann.

Antikörper

Immunglobulin; eine vom Immunsystem produzierte Eiweißverbindung mit der Aufgabe einen Fremdkörper zu binden, damit er vom körpereigenen Abwehrsystem entfernt werden kann.

Autoimmunerkrankung

Erkrankung, bei welcher sich die Immunabwehr anstatt gegen körperfremde gegen körpereigene Stoffe richtet.

Autoimmunthyreoiditis

Schilddrüsenentzündung, die durch den Angriff des Immunsystems gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe verursacht wird. Dazu gehört beispielsweise die Hashimoto-Thyreoiditis.

Autonomes Adenom

Schilddrüsengewebe, welches eigenständig/unkontrolliert Hormone produziert ("heißer Knoten").

Autonomie

Unabhängigkeit, Selbstständigkeit, Eigenständigkeit

B

Beta-Blocker

Arzneistoffe (sog. β-Rezeptor-Antagonisten), die die β-Rezeptoren am Herzen hemmen. Dadurch sinken z.B. Herzfrequenz und Kontraktionskraft des Herzens. Beta-Blocker werden u.a. zur Behandlung des Bluthochdrucks und der koronaren Herzkrankheit eingesetzt.

C

Carbimazol

Thyreostatikum; Arzneistoff, der zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird.

D

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit, chronische Stoffwechselkrankheit, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Man unterscheidet zwei Formen: Beim Diabetes mellitus Typ 1, früher Jugenddiabetes genannt, ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage Insulin zu produzieren. Beim Diabetes mellitus Typ 2, auch Altersdiabetes genannt, ist die vorhandene Insulinproduktion nicht ausreichend, da die Körperzellen nur eingeschränkt auf das freigesetzte Insulin reagieren.

E

Endokrin

Bedeutet, dass ein Organ bestimmte Stoffe, z.B. Hormone, in den Blutkreislauf abgibt.

Endokrine Orbitopathie

Autoimmunerkrankung der Augenmuskeln und des Bindegewebes der Augenhöhle, die meist im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenerkrankung vom Typ Morbus Basedow auftritt.

Endokrinologie

Teilbereich der Medizin, der sich mit dem Hormonsystem und dessen Erkrankungen beschäftigt.

Entzündung

Abwehrreaktion des Körpers auf verschiedene Reize (wie zu hohe Temperatur, UV-Strahlung, Allergene, Gifte, Bakterien, Viren oder Pilze) mit dem Ziel den Auslöser und seine Folgen zu beseitigen. Kennzeichen einer Entzündung sind Rötung, Schwellung, Hitze, Funktionseinschränkung und Schmerz.

F

fT3

Freies Schilddrüsenhormon T3, nicht an Trägereiweiß gebunden, sondern frei im Blutserum vorhanden.

fT4

Freies Schilddrüsenhormon T4, nicht an Trägereiweiß gebunden, sondern frei im Blutserum vorhanden.

G

genetische Disposition

Genetische Veranlagung, im Erbgut festgelegte Anfälligkeit eine bestimmte Krankheit zu entwickeln.

Glandula thyreoidea

Lateinische Bezeichnung für Schilddrüse.

H

Hashimoto-Thyreoiditis

Autoimmunerkrankung; mit/ohne Schilddrüsenvergrößerung und Hypothyreose verbundene Schilddrüsenentzündung.

heißer Knoten

Autonomes Adenom; Bereich in der Schilddrüse, der verstärkt Jod aufnimmt und speichert. Die Produktion der Schilddrüsenhormone ist eigenständig/unkontrolliert. Ein heißer Knoten ist mittels Szintigraphie darstellbar.

Hormon

Physiologische Substanz, die vom Organismus selbst produziert wird, ihr Zielorgan über den Blut- oder Lymphweg erreicht und dort den Stoffwechsel in charakteristischer Weise beeinflusst.

Hypophyse

Hirnanhangdrüse; haselnussgroßes, von Bindegewebe umschlossenes Organ am Boden des Zwischenhirns.

Hypothalamus

Teil des Zwischenhirns, wirksam als zentrales Regulationsorgan für verschiedene vegetative Funktionen.

Hyperthyreose

Schilddrüsenüberfunktion

Hypothyreose

Schilddrüsenunterfunktion

I

Iod (Jod)

Essentielles Spurenelement, muss über die Nahrung aufgenommen werden.

K

kalter Knoten

Bereich in der Schilddrüse, der wenig oder kein Iod aufnimmt und weniger oder keine Schilddrüsenhormone bildet. Ein kalter Knoten ist mittels Szintigraphie darstellbar.

Kropf

Vergrößerung der Schilddrüse, meist aufgrund von Jodmangel, siehe auch Struma.

L

Levothyroxin (L-Thyroxin)

Schilddrüsenhormon; Künstlich hergestelltes Schilddrüsenhormon wird als Ersatz für das körpereigene Hormon eingesetzt bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer fehlenden Schilddrüse.

M

μg

Mikrogramm, millionstel Gramm

Morbus Basedow

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der unkontrolliert hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen produziert und freigesetzt werden.

N

ng

Nanogramm, 10-9 Gramm

Normwerte

Physiologische Werte, die innerhalb eines bestimmten, als normal anzusehenden Bereichs liegen.

P

Propylthiouracil

Thyreostatikum; Arzneistoff, der zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird.

Punktion

Einstich einer Kanüle in ein Hohlorgan oder in Körpergewebe, um Untersuchungsmaterial zu gewinnen oder um Diagnostika oder Therapeutika zu injizieren.

R

Radiojodtherapie

Behandlungsmethode, bei der eine geringe Menge an radioaktivem Jod (I-131) in Form einer Kapsel eingenommen wird. Das Jod erreicht über die Blutbahn die Schilddrüse. Dort zerstört es durch seine radioaktiven Strahlen krankhaft verändertes Schilddrüsengewebe. Da das Jod praktisch ausschließlich von der Schilddrüse aufgenommen wird, wirkt es nur lokal. Strahlenbelastungen an anderen Organen entstehen nicht.

Referenzwerte

Auch Normwerte

Röntgenkontrastmittel

Substanzen, die eingesetzt werden, um im Röntgenbild schlecht sichtbare Körperstrukturen, wie Blutgefäße, Gallenwege oder den Verdauungstrakt, besser vom umliegenden Gewebe unterscheiden zu können.

S

Schilddrüse

Lat. Glandula Thyreoidea; lebenswichtiges, den Stoffwechsel regulierendes Organ im Bereich des Kehlkopfes vor der Luftröhre gelegen.

Schilddrüsenautonomie

Siehe autonomes Adenom.

Schilddrüsenwerte

Im Serum vorhandene Mengen der Hormone T3, T4 und TSH, sowie bestimmte Antikörper; können mit Hilfe einer Blutuntersuchung ermittelt werden.

Selen

Essentielles Spurenelement, muss über die Nahrung aufgenommen werden. Selen wirkt u. a. als Radikalfänger.

Sonographie

Ultraschalluntersuchung

Struma

Vergrößerung der Schilddrüse, meist aufgrund von Jodmangel; lateinische Bezeichnung für Kropf.

Symptom

Krankheitszeichen, Beschwerde

Szintigraphie

Untersuchungsmethode, bei der eine schwach radioaktive Substanz in den Körper gespritzt und danach bildlich dargestellt wird. Anhand der Verteilung und Speicherung dieser Substanz im Schilddrüsengewebe können Aussagen zur Funktion der Schilddrüse getroffen werden.

T

T3

Triiodthyronin; Schilddrüsenhormon

T4

Thyroxin, Tetraiodthyronin; Schilddrüsenhormon

Tetrajodthyronin

T4, Levothyroxin, Thyroxin, Schilddrüsenhormon

TG

Thyreoglobulin; Speichereiweiß der Schilddrüsenhormone

Thiamazol

Thyreostatikum; Arzneistoff, der zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird.

Thyreoiditis

Schilddrüsenentzündung; Sammelbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen der Schilddrüse.

Thyreoiditis de Quervain

Akute oder subakute, oft schmerzhafte Entzündung der Schilddrüse, heilt spontan wieder ab.

Thyreostatika

Arzneistoffe zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion. Hemmen die Bildung oder Abgabe von Schilddrüsenhormonen.

Thyroxin

Schilddrüsenhormon

TPO

Thyroidperoxidase, Schilddrüsenperoxidase; Körpereigenes Enzym, das für die Bildung von Schilddrüsenhormonen nötig ist.

TRAK

TSH-Rezeptor-Antikörper; vom Körper gebildete Antikörper, die gegen die Bindungsstelle von TSH gerichtet sind. Erhöhte TRAK-Spiegel können bei Morbus Basedow vorkommen.

TRAK-, TPO-, TG-Antikörper

Wichtiger Antikörper für die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow.

TRH

Thyreotropin Releasing Hormone; Hormon des Hypothalamus, das auf dem Blutweg zur Hypophyse gelangt und die Ausschüttung von TSH (Thyreoid Stimulating Hormone) anregt.

TSH

Thyreoid Stimulating Hormone, Thyreoideastimulierendes Hormon, Thyreotropin; Hormon der Hypophyse, das auf dem Blutweg zur Schilddrüse gelangt und dort die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen anregt.

Trijodthyronin

T3, Schilddrüsenhormon

Tumor

Zunahme von Gewebevolumen, dazu gehören gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Neubildungen von Körpergewebe.

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